Buschhoff Ahlen

Die Oldtimerfreunde Lembeck besitzen seit neuestem einen
Dreschkasten der Fa. Buschhof.

Eine Gruppe der Oldtimerfreunde hat das Gerät gefunden, beschafft und anschließen instand gesetzt.

Franz-Josef Loick und Georg Bögel haben den nachfolgenden Bericht
über die Aktivitäten um den Dreschkasten verfasst.

Die Fotos wurden in Lembeck während der Arbeiten aufgenommen.

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In den vergangenen Jahren wurden die Oldtimerfreunde immer wieder gefragt, ob wir denn unseren kleinen Dreschkasten vorführen möchten.

Das Problem war dann jedes mal der Transport, weil man mit Holzspeichenrädern schlecht auf Straßen fahren kann. Es musste dann immer eine zeitraubende Verladung auf einen Tieflader erfolgen.

Aus dieser Tatsache heraus entstand die Idee einen alten Lohndrescher mit Luftbereifung zu erwerben. Ein solches Exemplar fanden wir bei der Auflösung einer Oldtimersammlung in Sassenberg.

Nach mehreren Besuchsterminen wurden wir mit der Besitzerin handelseinig und ließen sechs Monate später die Maschine per Tieflader nach Lembeck transportieren.

Bei unserem Oldtimerkollegen Bernhard Punsmann hatten wir eine Unterstellmöglichkeit gefunden, in der wir auch schrauben konnten.

Zwischenzeitlich hatte sich aber dummerweise herausgestellt, dass die Maschine mit einem Gesamtgewicht von ca. 6.000 kg und ohne Bremsanlage nicht auf die Straße gebracht werden darf.
(Landwirtschaftliche Maschinen ungebremst bis max. 3.000 kg.)

Eine Rücksprache bei Herrn Buschhoff sen. ergab, dass es in der damaligen Zeit üblich war diese Geräte ohne Bremse zu fahren. Er sagte mir aber auch das 10 bis 12 Maschinen mit Feststellbremsen ausgeliefert wurden. Das war die Lösung!!! So eine Vorderachse musste her. Zufällig gab es zu diesem Zeitpunkt in einer Fachzeitschrift eine Verkaufsanzeige in Eggenfelden ( Bayern).

Hier standen 200 Dreschmaschinen zum Verkauf. Ein älterer Landwirt hatte die Idee ein Dreschmaschinenmuseum zu eröffnen und sich zunächst einmal den ganzen Hof und alle Gebäude vollgestellt.

Ca. 40 Geräte standen draußen, nur mit Planen abgedeckt.

Ich habe dort seinerzeit mit den Erben Kontakt aufgenommen und nach dieser seltenen Achse gefragt. Auf den ersten übermittelten Bildern fand ich diese dann auch und die Idee war geboren, „Da müssen wir hin“.

Nach Klärung aller Einzelheiten war es dann so weit, Thomas Weßling, Martin Große-Gellermann, Ludger Mersmann und ich fuhren mit zwei PKW mit Anhänger, bzw. mit Autotransporter nach Eggenfelden.

Wir haben dann einen ganzen Tag bei einem naheliegenden Entsorgungsbetrieb demontiert und verladen. Neben der Achse haben wir noch mitgenommen einen Exzenter-Einleger Typ 58MR, einen Zubringer mit Kurbelwellenantrieb und einen Sackheber.

Nach der Arbeit haben wir noch das Museum von LANZ Leo in
Rimbach und den Hof mit den vielen Dreschmaschinen besichtigt.

Wieder Zuhause habe ich dann in meiner Garage zusammen mit Ludger zunächst die Achse restauriert, gestrahlt und lackiert. An einem Samstag wurde dann gemeinsam die alte (ungebremste) Achse ausgebaut und die neue eingebaut. Nacheinander haben Ludger und ich den Sackheber und den Einleger restauriert, gestrahlt und lackiert.

Unser tatkräftiger Helfer Ludger Meersmann

Mittels eines Industrie-Laders haben wir mit vereinten Kräften am Samstag, dem 16.10.2021, den Einleger aufgesetzt.

Zwischenzeitlich musste aber noch eine Auflaufdeichsel konstruiert werden. Wir haben uns hierfür einen Auflaufkopf von einem Ladewagen besorgt und diesen mit einem Vierkantrohr 100×100 verschweißt. Die Verbindung von der Bremsachse bis zum Auflaufkopf haben wir mittels eines Seilzuges hergestellt.

Nun haben wir den Dreschkasten zur weiteren Restaurierung in eine Scheune gebracht und eine Restaurationsgruppe aus folgenden Mitgliedern gebildet:

von links: Bernhard Punsmann, Georg Bögel, Franz-Josef Loick, Martin Große-Gellermann
Fabian Stroick, Wilhelm Micheel, Ludger Krampe

In vielen Stunden wurde nun die gesamte Technik überprüft.

Die neu installierten Teile wie Einleger, Sackheber usw. wurden mittels Keil- bzw. Treibriemen an den Dreschkasten angeschlossen. Mehrere Keilriemen und Treibriemen mussten erneuert werden und

die Flüssigkeiten wurden aufgefüllt. Als letztes wurde ein Probelauf und die letzten Anpassungen durchgeführt.

Nun wird der Dreschkasten bei vielen Vorführungen in den nächsten Jahren den Oldtimerfreunden Lembeck gute Dienste leisten und vielen Besuchern die Vergangenheit näherbringen!

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Technische Details:

Hersteller                  Firma  Buschhoff Ahlen

Typ                               Lenz

Baujahr                       1952

Maße                           Länge 7300 mm

                                     Breite 2600 mm

                                     Höhe  2650 mm 

Gewicht                      5500 Kg

25.11.2021 TD

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